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Leipziger Medienpreis

Bedrohungen von rechts

09.10.2019

Der Leipziger Medienpreis ging in diesem Jahr an Journalisten, die sich gegen Populisten und Rechtsaußen-Politiker zur Wehr gesetzt haben. Die Wahl der Preisträger steht exemplarisch für die Bedrohung der Pressefreiheit von rechts.

Das Interview des ORF-Moderators Armin Wolf mit dem Generalsekretär der österreichischen FPÖ Harald Vilimsky im April hat Fernsehgeschichte geschrieben. Durch Wolfs Fragen nach seinem Verhältnis zu rechtsextremen Wahlplakaten seiner Partei in die Ecke gedrängt, drohte Vilimsky dem Fernsehjournalisten live Konsequenzen an. Hasstiraden von FPÖ-Anhängern in den sozialen Netzwerken waren die unmittelbare Folge - aber auch eine Welle der Solidarität aus aller Welt mit Wolf. Er hatte nichts geringeres getan als sich von seinem Interviewgast nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und an seinem Kurs der Kritik festzuhalten.So agierten auch Arnd Ginzel und sein Kameramann Gerald Gerber, als sie vor mehr als einem Jahr am Rand einer Demonstration einen Mann filmten, der sich daraufhin vehement dagegen wehrte. "Sie haben mich ins Gesicht gefilmt" löste bei den einen Wut und Empörung über das Verhalten der Journalisten aus, bei den anderen Lachsalven über den Pegida-Sympathisanten, der danach als "Hutbürger" in den deutschen Sprachschatz einging.Arnd Ginzel, der vor Jahren den sogenannten Sachsen-Sumpf aufdeckte und dafür zunächst Probleme mit der Justiz bekam, ist kampferprobt, wenn es um die Verteidigung der Pressefreiheit geht. So wie Armin Wolf. Die beiden Journalisten sowie Ginzels Kameramann wurden jetzt mit dem Leipziger Medienpreis ausgezeichnet. Eine gute Wahl, die die Jury getroffen hat. Die Wahl der Preisträger zeigt in diesem Jahr vor allem eines: Die größten Gefahren drohen der Pressefreiheit aus dem Lager der Populisten und rechtsradikalen Politiker. In Deutschland, in Österreich und leider in vielen weiteren Ländern. Dagegen zu Felde zu ziehen ist nicht allein die Aufgabe von Wolf und Ginzel, sondern von allen Journalistinnen und Journalisten, die auch morgen noch in Freiheit berichten wollen.Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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