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Hart aber fair

Gezählte Redezeit

04.07.2019

Mit der Talkshow "hart aber fair" vom 1. Juli wird sich der WDR-Rundfunkrat befassen. Die Kritik an der Sendung reißt nicht ab. Auf die Entscheidung des Gremiums darf man gespannt sein.

An Kritik an Frank Plasbergs Talkshow im Ersten am 1. Juli bestand schon im Vorfeld kein Mangel, als die Sendung angekündigt wurde. "Aus Worten werden Schüsse: Wie gefährlich ist rechter Hass?" war der Titel der Talkshow. Als Repräsentanten des rechten Lagers hatte Plasberg den rheinland-pfälzischen AfD-Landesvorsitzenden Uwe Junge eingeladen.Konsens herrscht darüber, dass Frank Plasberg für seine Verhältnisse ausgesprochen zurückgenommen und zahm moderiert hat und dass AfD-Politiker Junge jegliche Parallelen oder Verknüpfungen seiner Partei mit dem rechtsextremen Lager weit von sich wies. Dafür bekam er viel Zeit: Mit 15:20 Minuten redete Junge so lange wie kein anderer Talkgast, fand das Portal Watson.de heraus. Das begründete die Redaktion damit, "dass Herr Junge nicht nur vom Moderator, sondern regelmäßig auch von den anderen Diskussionsteilnehmern direkt adressiert" worden sei. Eine einleuchtende Erklärung.Aber damit ist es nicht gut. Denn längst dreht sich die hitzige Diskussion um die Frage, ob AfD-Politiker in Talkshows geladen werden sollen, ob die intensive Behandlung der Rechtspopulisten in den Medien ungewollt die Wahlergebnisse der AfD positiv beeinflusst. Das dürfte das Kernthema der Auseinandersetzung sein, die am morgigen Freitag den WDR-Rundfunkrat beschäftigen wird. Keine leichte Aufgabe, wenn das Gremium es vermeiden will, sich in die Details der Redaktionsarbeit einzumischen.Dabei sollte eigentlich klar sein, dass es für Journalisten keine Tabugruppen geben darf, über die sie besser nicht berichten. Und dass die größte Oppositionspartei des Deutschen Bundestags außen vor bleiben soll, kann niemand ernsthaft fordern, der etwas von Journalismus versteht. Also bleibt eigentlich nur die Frage offen, wie eine Talkshow-Moderation aussehen soll, wenn ein Rechtspopulist unter den Gästen ist. Und damit will sich ein Rundfunkrat befassen?
Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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