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Unwort des Jahres 2017

Gute Wahl

16.01.2018

Der Begriff "alternative Fakten" ist das "Unwort des Jahres" 2017. Er sei auch in Deutschland zum Sinnbild für besorgniserregende Tendenzen im öffentlichen Sprachgebrauch geworden, so die Jury.

"Die Bezeichnung ist der verschleierende und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen", sagte die Jury-Sprecherin, Linguistik-Professorin Nina Janich. Der Ausdruck geht auf Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway zurück. Mit der Formulierung "alternative Fakten" hatte sie behauptet, zur Amtseinführung des Präsidenten Anfang 2017 seien so viele Unterstützer auf den Straßen gewesen wie nie zuvor bei den vorherigen US-Staatsoberhäuptern. Eine falsche Tatsachenbehauptung, wie New York Times mit einem anschließenden Faktencheck belegte. Sie verglich Fotos des Publikums der Amtseinführung von Barack Obama im Jahr 2009 und der von Donald Trump 2017. Auch CNN überführte die Trump-Sprecherin mittels einer 360°-Panorama-Darstellung der Lüge.


Seit 1991 werden jedes Jahr Begriffe gekürt, die gegen das Prinzip der Menschenwürde oder gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen. Nach der Wahl des Wortes „Lügenpresse“ im Jahr 2014 zeigt die Entscheidung der Sprachforscher nun in diesem Jahr erneut auf, wie das Vertrauen in den Journalismus durch politischen Akteure und Interessengruppen unterminiert wird, um selbst aggressives Agenda Setting zu betreiben. Eine alarmierende Entwicklung, bei der nicht umsonst immer wieder Orwell-Vergleiche bemüht werden. Die Wahl der Jury ist deshalb nur zu begrüßen.


Ein Kommentar von Anna-Maria Wagner

Internationales Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Qualität im Journalismus DJV-Blog

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