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Nachrichtennutzung

Und nun?

14.06.2023

Das Reuters Institute hat die Mediennutzung der Deutschen unter die Lupe genommen. Auf Platz 1 rangiert Online incl. Social Media mit 63 Prozent, die Zeitungen liegen weit abgeschlagen bei 21 Prozent. Zeit für eine Qualitätsoffensive? Oder weiter die Hände in den Schoß legen?

Die Ergebnisse des Reuters Institute sind alarmierend: Zwar ist die ARD-Tagesschau immer noch die Nachrichtensendung, die das größte Vertrauen genießt. Dahinter liegt heute vom ZDF. Aber die Verschiebung von den traditionellen Medien hin zu den digitalen Informationsangeboten lässt aufhorchen. Das Nachsehen haben die Zeitungen, die bei der Nachrichtennutzung gerade mal noch auf 21 Prozent kommen. Zum Vergleich: Vor 10 Jahren waren es mehr als 60 Prozent. Der Absturz liegt sicher auch daran, dass 2013 die Social Media noch nicht annähernd die Bedeutung und den Stellenwert des Jahres 2023 hatten, dass der Siegeszug des Smartphones erst noch bevorstand.
Trotzdem und gerade deshalb sind die Zeitungsverlage längst in der Pflicht, attraktive Angebote gegen den Trend zu setzen. Aber tun sie das? Klar, die Digitalisierung schreitet auch dort voran. Beworben werden vornehmlich Abonnements der Onlne-Ausgaben von Zeitungen. Gerne auch direkt auf die App. Und dann gibt es noch jede Menge Zusatzangebote aus dem Event- und Shoppingbereich. Schön, aber mit dem Klick auf den örtlichen Konzertanbieter ist der User weg von der digitalen Zeitung.
Was fehlt sind zum Beispiel Social Media der (traditionellen) Medienhäuser. Was fehlt ist das persönliche Erlebnis des Nachrichtenkonsums. Lokaljournalismus als Informationseinbahnstraße von der Redaktion an die Leserinnen und Leser funktioniert bei immer weniger Menschen, bei den Jungen schon gar nicht.
Hier sind die Verantwortlichen der Verlage gefordert, zusammen mit den Redaktionen Neues und Innovatives auszuprobieren. Die Alternative ist, jedes Jahr mit Bangen auf die neuesten Untersuchungen von Reuters und anderen zu blicken. Das kann es aber nicht sein.
Ein Kommentar von Hendrik Zörner
 

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