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Geheimtreffen

Verschwörung der Antidemokraten

15.01.2024
Ein Kommentar von
Hendrik Zörner

Das Geheimtreffen von Rechtsextremisten im November in Potsdam, bei dem über die Ausweisung von Millionen von Menschen aus Deutschland beraten wurde, war nicht das erste dieser Art. Eine Verschwörung der Antidemokraten ist in vollem Gang.

Dass im November 2023 über die "Remigration" von Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln in einem Luxushotel in Potsdam schwadroniert wurde, hat zu Recht für eine Welle der Empörung gesorgt. Am gestrigen Sonntag demonstrierten 10.000 Bürgerinnen und Bürger, unter ihnen der Kanzler und die Außenministerin, für ein buntes Potsdam. Sie machten klar: Mit uns gibt es keine "Remigraton", keinen geschürten Hass gegen alle, die nicht in zehnter Generation "Bio-Deutsche" sind. Das ist gut, das macht Mut!
Jetzt kam heraus, dass es bereits zwei Jahre zuvor ein ähnliches Treffen gegeben hat, an dem auch AfD-Chef Tino Chrupalla teilgenommen haben soll. Damals ging es um die Übernahme eines Privatsenders. Und dieses Treffen war als fünfte Düsseldorfer Runde bezeichnet worden. Im Oktober 2022 fand Treffen Nummer sechs statt. Das von Correctiv aufgedeckte konspirative Treffen in Potsdam war demnach bereits die siebte Zusammenkunft von Rechtsextremisten und Geldgebern.
Damit ist klar: Im rechtsextremen Teil der Gesellschaft ist eine Verschwörung gegen die Demokratie in vollem Gange. Es sind nicht Straßendemonstrationen gewalttätiger Fanatiker, die sich mit polizeilichen Mitteln eindämmen lassen, sondern - viel schlimmer - Gespräche in edlen Hotels mit angemessener Garderobe. Was da geplant wird, geht gegen die Grundrechte dieses Staates, geht gegen Minderheiten, Andersdenkende, politische Gegner.
Es ist nicht nur unser Job als Journalistinnen und Journalisten, darüber zu berichten. Es liegt auch in unserem ureigensten Interesse, Licht ins braune Dunkel zu werfen. Denn auch wir sind im Visier.

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