Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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Corona: Zuschüsse und Kreditprogramme für Freie

Journalismus in Corona-Zeiten: verschärfte Bedingungen. Foto: Anja Cord

Hilfen der Bundesländer sowie zuständige Stellen

Fördergelder (Zuschüsse und Kredite) werden seit Anfang April in erster Linie von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt. Die parallel aufgestellten Landesprogramme sind teilweise eingestellt worden oder laufen aus oder die Leistungen werden verrechnet; welches Programm gerade beantragt werden kann, wird aber im Antragsprozess normalerweise klar mitgeteilt. Für beide Anträge ist in der Regel die gleiche Stelle zuständig, in manchen Bundesländern wird im Prinzip auch nur die Bundeshilfe zur Verfügung gestellt. Die Anträge auf Bundes- und Landeshilfe sind im jeweiligen Bundesland zu stellen, in dem Freie ihren Wohnsitz haben.

(Achtung, vorläufige Sammlung, eine Gewähr für Vollständigkeit kann nicht übernommen werden, die Programme und Antragsvoraussetzungen ändern sich ständig.)

Wichtig: Soweit das Bundesprogramm in Anspruch genommen wird, dürfen die Zuschüsse nur für Betriebsausgaben verwendet werden, nicht für den Lebensunterhalt der Selbständigen. Allerdings gilt das auch für die meisten Landeshilfen, die selbst in der Regel (nur) aus den Bundesmitteln finanziert werden.

Über finanzielle Hilfen, die über die hier dargestellten Zuschüsse hinausgehen, informiert ein ausführliches Info des DJV ("Tipps für Freie"), das unter djv.de/corona abrufbar ist.

Baden-Württemberg:

Seit dem 29. März sind die Kriterien für das Landesprogramm die gleichen wie beim Bundesprogramm. Allerdings erlaubt das Land die Verwendung von bis zu 1.180 Euro im Monat aus der Hilfe zum Lebensunterhalt.

Die Soforthilfe ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt bis zu:
•    9.000 Euro für drei Monate für antragsberechtigte Soloselbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
•    15.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten,
•    30.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

Der Antrag ist in Baden-Württemberg bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer  zu stellen, das gilt auch für Freie, die gar keine Kammermitglieder sind.
Mehr: wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/soforthilfe-corona/


Bayern


Anträge können von gewerblichen Unternehmen und selbstständigen Angehörigen der Freien Berufe (bis zu 250 Erwerbstätige) gestellt werden, die eine Betriebs- bzw. Arbeitsstätte in Bayern haben.

Die Soforthilfe ist inzwischen mit der Bundeshilfe „verzahnt“ und damit höher, im Übrigen gestaffelt nach der Zahl der Erwerbstätigen und beträgt:

•    bis zu 5 Erwerbstätige 9.000 Euro,
•    bis zu 10 Erwerbstätige 15.000 Euro,
•    bis zu 50 Erwerbstätige 30.000 Euro,
•    bis zu 250 Erwerbstätige 50.000 Euro.
Obergrenze für die Höhe der Finanzhilfe ist der Betrag des durch die Corona-Krise verursachten Liquiditätsengpasses.

Wer den Antrag auf die alleinstehende bayerische Soforthilfe (in der ersten Variante nur bis zu 5.000 Euro) gewählt hatte, kann einen neuen Antrag auf das „verzahnte“ Programm stellen.

Liquiditätsengpass bedeutet, dass keine (ausreichende) Liquidität vorhanden ist, um z. B. laufende Verpflichtungen zu zahlen. Privatvermögen wird im „verzahnten Programm“ nicht mehr berücksichtigt.

In Bayern sind die Anträge bei den jeweiligen Behörden der Regierungsbezirke zu stellen.

Mehr: www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona/


Berlin

Der Antragsprozess für die Soforthilfe des Landes ist beendet. Ab dem 6. April können Anträge auf die Bundeshilfe gestellt werden (9.000 Euro für bis zu 3 Monate).

Zuständig ist die Investitionsbank Berlin.

Mehr: www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/themen/coronahilfe/corona-liquiditaets-engpaesse.html


Brandenburg


Notleidende Betriebe können unbürokratisch und kurzfristig Zahlungen erhalten, um eine akute Existenzgefährdung abzuwenden. Diese Soforthilfen sollen nicht als Darlehen, sondern als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden.

Die Unterstützung aus dem neuen Soforthilfeprogramm wird gestaffelt nach der Zahl der Erwerbstätigen und beträgt:

•    bis zu  5    Erwerbstätige   bis zu 9.000,- EUR,*
•    bis zu  15  Erwerbstätige   bis zu 15.000,- EUR,
•    bis zu  50  Erwerbstätige   bis zu 30.000,- EUR,
•    bis zu 100 Erwerbstätige   bis zu 60.000,- EUR

Zuständig ist die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).

Auf den Seiten der ILB können auch Webinare zu Fördermitteln gebucht oder Aufzeichnungen angeschaut werden:

www.ilb.de/de/service/termine/messen/messen.html

Schriftliche Informationen zum Förderprogramm:

www.ilb.de/de/wirtschaft/zuschuesse/soforthilfe-corona-brandenburg/


Bremen

" Corona-Soforthilfe-Programm“: Diese Soforthilfe wird seit dem 2.4.2020 ausschließlich über das Bundesprogramm umgesetzt.

•    Max. 9.000 EURO für Antragsteller mit bis zu 5 Beschäftigten   
•    Max. 15.000 EURO für Antragsteller mit bis zu 10 Beschäftigten

Anträge für Bremen werden bei der BAB gestellt:
BAB Bremer Aufbau Bank GmbH
Langenstr. 2- 4
28195 Bremen

Mehr: www.bab-bremen.de/bab/corona-soforthilfe.html


Hamburg

Hamburger Schutzschirm für Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen

Hamburger Selbständige und Unternehmen erhalten zusätzlich zum Zuschuss des Bundes noch Landesmittel. Diese können in einem einheitlichen Verfahren beantragt werden.

Solo-Selbständige erhalten bis zu 11.500 Euro, davon 2.500 Euro aus Landesmitteln. Unternehmen mit mehr als 1 bis 5 Mitarbeiter erhalten bis 14.000 Euro, davon 5.000 Euro aus Landesmitteln.

Mehr: www.ifbhh.de/foerderprogramm/hcs


Hessen

Bis zu 10.000 Euro für drei Monate können beantragt werden beim Regierungspräsidium Kassel.

Mehr: rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe


Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern ist der Antrag auf Landes- und Bundesmittel zusammen zu stellen, es kann ein Zuschuss von bis zu 9.000 Euro gezahlt werden kann.

Mehr www.lfi-mv.de/foerderungen/corona-soforthilfe/


Niedersachsen

„Niedersachsen-Soforthilfe Corona mit finanzieller Unterstützung des Bundes“: Hier werden aus Landes- und Bundesmitteln bis zu 9.000 Euro gezahlt.

Die Antragstellung erfolgt über die NBank.
www.nbank.de/Blickpunkt/Uebersicht-der-Hilfsprogramme/Bundesfoerderprogramm-Soforthilfen-f%C3%BCr-Kleine-Unternehmen/index-3.jsp


NRW

In NRW werden maximal 9.000 Euro für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigte gezahlt.

Voraussetzung: erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Dies wird angenommen, wenn

•    „mehr als die Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 1. März durch die Corona-Krise weggefallen sind“
•    "oder wenn sich für den Monat, in dem der Antrag gestellt wird, ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz (bezogen auf den aktuellen und die zwei vorangegangenen Monate) im Vorjahr ergibt. Rechenbeispiel: Durchschnittlicher Umsatz Januar bis März 2019: 10.000 Euro, aktueller Umsatz März 2020: 5.000 Euro“
•    oder der Betrieb auf behördliche Anordnung wegen der Corona-Krise geschlossen wurde“
•    „oder die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des des Unternehmens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (= Finanzierungsengpass)"

Der Antragsteller muss versichern, dass der Finanzierungsengpass nicht bereits vor dem 1. März bestanden hat. Der Antragsteller muss zusätzlich erklären, dass es sich bei dem Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht um ein "Unternehmen in Schwierigkeiten" handelte.

Nach widersprüchlichen Aussagen hat das zuständige Landesministerium dem DJV mittlerweile mitgeteilt, dass die Soforthilfe nicht für den Lebensunterhalt verwendet werden dürfe.

Mehr zu Antragsvoraussetzungen, Höhe der Hilfe und Berechnung der Arbeitsplatzzahl unter

www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020


Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz wird derzeit im Wesentlichen auf die Bundeshilfen (maximal 9.000 Euro für drei Monate) verwiesen, ansonsten werden nur Kredite in Aussicht gestellt.

mwvlw.rlp.de/de/themen/corona/


Saarland

Im Saarland ist nur noch die Bundeshilfe abrufbar (maximal 9.000 Euro für drei Monate).

Mehr: corona.saarland.de/DE/wirtschaft/soforthilfe/soforthilfe-bund/soforthilfe-bund.html


Sachsen

Sachsen bietet neben der Bundeshilfe unter der Bezeichnung „Sofortprogramm ‚Sachsen hilft sofort`“ nur ein Darlehensprogramm an.

Die Zuwendung wird als Projektförderung durch ein zinsloses, am Liquiditätsbedarf (weiterlaufende Betriebsausgaben) für zunächst vier Monateorientiertes Nachrang-Darlehen von mindestens 5.000 Euro und höchstens 50.000 Euro gewährt.

In begründeten Ausnahmefällen kann das Darlehen auf bis zu 100.000 Euro
aufgestockt werden. Das kann der Fall sein, wenn nach einem Zeitraum von
vier Monaten ein höherer Liquiditätsbedarf besteht.

Die Beantragung und Ausreichung erfolgt über die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB).

Mehr: www.sab.sachsen.de


Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sollen Hilfen „in Anlehnung an die Corona-Hilfen des Bundes gezahlt werden“. Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern erhalten bis zu 9.000 Euro.
Es ist nicht davon auszugehen, dass diese zusätzlich zu den Bundesmitteln gezahlt werden.

Mehr: www.ib-sachsen-anhalt.de/temp-corona-soforthilfe.html


Schleswig-Holstein

"Schutzschirm“: In Schleswig-Holstein werden entgegen der ursprünglichen Ankündigung nun doch keine speziellen Landeshilfen an alle Selbständigen gezahlt. Freie können aber direkt die Bundeshilfe in Anspruch nehmen (bis zu 9.000 Euro für bis zu drei Monate).

Mehr (Antragsformular): www.ib-sh.de/infoseite/corona-beratung-fuer-unternehmen/


Thüringen


In Thüringen werden bis zu 5.000 Euro bei Freien bzw. Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern als Zuschuss geleistet. Im Zusammenhang mit dem Soforthilfeprogramm des Bundes kann der Betrag auf maximal 9.000 Euro steigen.

Mehr: www.aufbaubank.de/Presse-Aktuelles/Coronavirus-Aktuelle-Informationen-fuer-Unternehmen