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30. Januar 2020
Stellenstreichungen bei BBC

Denn sie wissen, was sie tun

80 Millionen Pfund will die BBC bei ihren journalistischen Angeboten einsparen. Das hat auch mit einem beispiellosen Druck durch die Regierung zu tun.

Das Broadcastinghouse der BBC in London. Foto: Picture Alliance / empics

Boris Johnson hat viele Gründe, die freie Presse nicht zu mögen. Denn der Premier hat in seiner Karriere sehr oft gelogen oder Unsinn geredet, und wurde fast jedes Mal durch Journalistinnen und Journalisten korrigiert. Seine Reaktion: Er redet mit vielen von ihnen gar nicht erst. Im Wahlkampf boykottierten er und die meisten seiner Mitstreiter Sendungen der BBC. 

 

Der Freund des Medienmoguls Rupert Murdoch profitiert wie andere Populisten auch von dem Bedeutungsverlust öffentlich-rechtlicher Medienanstalten. Dieser liegt zwar hauptsächlich in der technologischen und gesellschaftlichen Transformation begründet, die zu einem anderen Medienkonsum geführt hat. Das hindert Johnson aber nicht daran, diesen Bedeutungsverlust weiter zu befeuern.

 

Die angekündigten 500 Stellenverluste sowie die Streichung von bis zu 300 weiteren Stellen, von denen die Gewerkschaft NUJ berichtet, sind auch eine Reaktion auf die derzeitige Regierung. Sie will die Strafbarkeit der Verweigerung von Beitragszahlungen aufheben. Sie stellt die BBC auch darüber hinaus als überfinanziert an den Pranger und ihre Existenzberechtigung in Frage. Auf die BBC, dem weiter über Großbritannien hinaus geschätzten Flaggschiff professioneller Berichterstattung, stehen düstere Zeiten bevor.

 

Ein Kommentar von Sebastian Huld.


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