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17. Juli 2019
Justiz

Gerecht ist nur ein Freispruch

Erol Önderoglu, der Türkei-Korrespondent von Reporter ohne Grenzen, erwartet heute sein Urteil. Gerecht wäre nur ein Freispruch.

Erol Önderoglu: Freispruch gefordert. Foto: RoG

Fast drei Jahre schon verhandelt die türkische Justiz gegen Erol Önderoglu, den Türkei-Korrespondenten von Reporter ohne Grenzen. Ihm wird wegen einer Solidaritätsaktion für die prokurdische Zeitung Özgür Gündem "Propaganda für eine terroristische Organisation" vorgeworfen. Ihm drohen mehr als 14 Jahre Haft. Eine Strafe und ein Prozess für etwas, das in einer funktionierenden Demokratie selbstverständlich ist und zum Grundrecht der Meinungsfreiheit zählt.

 

Önderoglu hat am letzten Verhandlungstag, dem 15. April, seine Verteidigungsrede gehalten, in der er die eigentlich selbstverständlichen Rechte eines unabhängigen Journalismus für sich beanspruchte. Er sei sicher, dass "kein einziger Beweis, kein einziges Indiz" gegen ihn vorlägen. Deshalb forderte er Freispruch.

 

Ob das Gericht ihm oder den Vertretern des türkischen Unrechtsstaats folgt, wird sich heute herausstellen. Bis dahin heißt es Daumen drücken für Erol Önderoglu!

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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