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15. August 2017
Fußball

Hurra, ich bin ganz viele

Ein repräsentative Forsa-Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Bürger Fußballübertragungen im Fernsehen nicht mag.

Immer wieder das gleiche Spiel abends kurz vor acht: Ich schalte den Fernseher ein, um das Wetter im Ersten zu sehen und danach die Tagesschau. Doch statt Gewitter oder Sonne gibt es bunt gekleidete Männer, die hinter einem Ball her rennen. Dazu sich überschlagende Stimmen von Sportkommentatoren. Na toll, ist also mal wieder nix mit Wetter und Tagesschau. Und warum steht davon nichts im Fernsehblättchen? Bleibt nur noch der Ausweg, schnell auf eines der Regionalprogramme umzuschalten, um wenigstens die News nicht zu verpassen.

 

Bisher dachte ich immer, als bekennender Fußballmuffel einer Minderheit anzugehören. Also nicht meckern, ich bin ein Einzelschicksal. Seit heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Denn eine repräsentative Forsa-Umfrage fand heraus, dass sich 42 Prozent der Bürger für Fußball nicht interessieren und 34 Prozent dem Ballsport nur geringes Interesse entgegen bringen. Das macht in der Summe 76 Prozent oder drei von vier Zuschauern. Hurra, ich bin ganz viele!

 

Wenn die Umfrage stimmt, machen ARD und ZDF also Fernsehen für eine Minderheit. Das schreit förmlich nach Konsequenzen. Eigentlich müssten die Sportjournalisten und die Kamerateams vor dem nächsten Anpfiff ihre Ausrüstung zusammenpacken und das Stadion verlassen. Das würde sogar ich mir ansehen.

 

A propos: Leichtathletik mag ich auch nicht.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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