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13. September 2019
Deniz Yücel

Kein Einlenken der Autokraten

"Welt"-Reporter Deniz Yücel soll keine Entschädigung für seine einjährige Haft in der Türkei bekommen, entschied ein Gericht. Und sein Anwalt bekommt obendrein eine Haftstrafe auf Bewährung aufgebrummt, weil er sich despektierlich geäußert hat.

Deniz Yücel: keine Entschädigung. Foto: Welt

Lange, viel zu lange hat "Welt"-Reporter Deniz Yücel in der Türkei im Gefängnis gesessen. Warum? Weil er ein kritischer und unabhängiger Journalist ist. Gegen die Willkür des Erdogan-Regimes lief Yücels Zeitung Sturm, wir vom DJV auch und ebenso andere Organisationen. Als der Fall Yücel schließlich in der Berliner Politik ankam, machte sich das Auswärtige Amt für seine Freilassung stark und war schließlich erfolgreich. Deniz Yücel ist frei, aber nicht rehabilitiert. Der Prozess gegen ihn läuft immer noch.

 

Yücel fordert Entschädigung für seine Haft. 440.000 Euro will er vom türkischen Staat bekommen. Doch daraus wird vorerst nichts. Ein Gericht hat seine Klage abgewiesen. Zudem wurde sein Anwalt zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt, weil er 2015 in einem Interview gesagt hatte, die türkischen Gerichte seien nicht unabhängig.

 

Merke: Bei Hofe bewegt man sich in gebückter Haltung.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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