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14. März 2018
Europa

Mehr Berichterstattung

Ein Grünen-Politiker fordert mehr Berichterstattung über die europäische Gesetzgebung. Er beklagt, dass über EU-Gesetze erst berichtet wird, wenn sie beschlossen sind.

Sven Giegold: Mehr Berichterstattung. Foto: NDR/Zapp

Als Bankenkritiker hat sich der Europa-Abgeordnete der Grünen Sven Giegold in den Jahren nach der Lehman-Pleite einen Namen gemacht. Er sitzt nun schon lange genug im Europaparlament, um den Brüsseler Politikbetrieb aus Insidersicht zu kennen.

 

Dem NDR-Medienmagazin "Zapp" hat Giegold jetzt ein Interview gegeben, in dem er die Qualität und Intensität der medialen Berichterstattung über Europa kritisiert. Weil die Medien in der europäischen Hauptstadt nur kleine Büros unterhalten, werde zu wenig über Europa berichtet, sagt er. Und damit meint er die Medien aller EU-Mitgliedstaaten, die in Brüssel personell eher schwach auf der Brust sind. Die Folge: Laut Giegold wird nicht oder zu wenig über den Parteienstreit und die Gesetzgebung berichtet. Die EU-Journalisten könnten sich nur mit den fertigen Richtlinien und Verordnungen befassen. Angesichts der riesigen Bedeutung von Europa für alle Bürger der Mitgliedstaaten ein krasses Missverhältnis.

 

Wo er Recht hat, hat er Recht. Es ist an den Verlagen und Sendern, ihre Brüsseler Redaktionen personell massiv aufzustocken. Denn Europa ist alles andere als eine politische Brache, auf die man nur alle paar Monate mal schauen muss.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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