Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Service-Bereich

DJV Blog

27. Juli 2012
Satire

Pyrrhussieg für Titanic?

Die Satirezeitschrift Titanic ist in aller Munde. Nach der Einstweiligen Verfügung des Hamburger Landgerichts gegen das Blatt wegen des Benedikt-Titels verkauften sich die Hefte blendend. Titanic beherrschte einige Tage lang die öffentliche Debatte, polarisierte, brachte Katholiken gegen sich auf - und den Kioskverkauf ins Rollen. Die Ankündigung des Chefredakteurs vor zwei Wochen, der nächste Titanic-Titel werde sich wieder mit dem Papst befassen, dürfte in diesen Tagen erneut für einen hohen Absatz der Hefte sorgen, zumal die Online-Version erst in der nächsten Woche frei geschaltet werden soll. Also eigentlich alles in bester Butter für das Titanic-Team? Nicht ganz. Denn neben den erzürnten bis entsetzten Katholiken, die wahrscheinlich nicht zu den Stammlesern des Magazins gehören, störten sich auch viele andere Leser an der gerichtlich verbotenen Titelei. Die eher liberale Klientel sitzt in der Zwickmühle: Einerseits hält sie die juristische Auseinandersetzung für überzogen, andererseits findet sie den Benedikt-Titel geschmacklos. In diese Gemengelage platzte in diesen Tagen die Nachricht von der Wiederbelebung des Satire-Blatts Pardon. Galionsfigur der Pardon-Renaissance ist Wolfram Weimer, der zwar nicht als großer Humorist und Satiriker bekannt ist, aber umfangreiche Erfahrung als Chefredakteur vorweisen kann. Ob Titanic damit ein ernst zu nehmender Konkurrent erwächst? Das wäre vielleicht gar nicht schlecht, denn auch im Segment Satire sollte es Medienvielfalt geben.

 

Hendrik Zörner


journalist Logo

Die Redaktion berichtet monatlich über Ereignisse und Entwicklungen in den Medien, stellt spannende Köpfe der Branche vor und ... mehr

Wir unterstützen die Europarats-Kampagne
No Hate Speech Movement