Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Tichys Einblick

Konservatives Zerwürfnis

16.07.2018

Weil Ex-Wiwo-Chefredakteur Roland Tichy immer weiter in Richtung Rechtspopulismus driftet, hat die Ludwig-Erhard-Stiftung jetzt ein Problem.

Roland Tichy: Krawall vorprogrammiert. Foto: Raimond Spekking

Für ein Buch mit dem Titel "Die Diesel-Lüge" wird da geworben und in einem langen Epos setzt sich ein Autor damit auseinander, dass das ZDF angeblich Fake News verbreite, weil es in der Berichterstattung über ein Politikerranking "wichtig" mit "beliebt" verwechselt habe - natürlich aus Absicht!

 

Willkommen in "Tichys Einblick", dem Portal für intellektuelle Populisten und Verschwörungstheoretiker der abgehobenen Art. Das "liberal-konservative Meinungsmagazin", wie sich das Portal in der Unterzeile nennt, provoziert, eckt an, reizt die Meinungsfreiheit nach Ansicht seiner Kritiker bis über die Grenzen des Erlaubten aus. Ganz im Sinne seines Gründers und Namensgebers Roland Tichy, der mal Chefredakteur der Wirtschaftswoche war. Im vergangenen Jahr musste er die Herausgeberschaft von "Xing Klartext" niederlegen, weil in einem Gastbeitrag von "Tichys Einblick" "grün-linke Gutmenschen" als "geistig-psychisch krank" diffamiert wurden.

 

Geblieben ist ihm noch der Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung, die jetzt allerdings vor einer Zerreißprobe steht, weil CDU-Politiker Friedrich Merz die Annahme eines Preises verweigerte - wohl wegen Roland Tichy. Das war den Journalisten Rainer Hank, Ulrich Papendick, Nikolaus Piper und Ursula Weidenfeld zu viel: Sie verließen daraufhin die Jury der Stiftung. Dort wird jetzt intensiv über Meinungsfreiheit und ihre Grenzen diskutiert.

 

Zu befürchten ist, dass sich andernorts Ähnliches wiederholt wie jetzt in der Ludwig-Erhard-Stiftung, die durch die aktuelle Debatte weitgehend mit sich selbst beschäftigt ist. In Zeiten von Populismus und AfD haben die Tichys Hochkonjunktur.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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