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14. August 2019
Personalnot in Redaktionen

Es ist wirklich schlimm

Zuschriften von Zeitungsjournalisten bestätigen es: Die Personalnot in den Redaktionen ist wirklich schlimm. Redakteure haben immer weniger Zeit für die Recherchen.

Journalistenprotest: Zu viel Arbeit. Foto: Bertold Fernkorn

"Redaktionen am Limit." So war die Pressemitteilung des DJV vom 13. August überschrieben, in der die Zeitungsverleger zu einem Umsteuern ihrer Personalpolitik aufgefordert wurden. Gerade in der jetzigen Ferienzeit habe die Arbeitsbelastung von Redakteuren, Volontären und Freien unvertretbare Ausmaße angenommen, hieß es da. Die Erklärung stützte sich auf Forschungsergebnisse des Medienwissenschaftlers Michael Haller, nach denen Zeitungsredakteure aufgrund der dünnen Personaldecke nicht mehr in der Lage seien, vor Ort zu recherchieren und den Diskurs mit den Lesern zu suchen.

 

Die DJV-Pressemitteilung blieb nicht ohne Resonanz. Mehrere Journalisten bestätigten die Befunde aus ihrer eigenen Erfahrung und ihrem Redaktionsalltag. Tenor der Zuschriften: So eng war die Personaldecke noch nie. Und: Gut, dass der DJV das thematisiert.

 

Ein Redakteur aus Hessen schilderte seine Arbeitsumstände besonders deutlich. Um ihn vor Repressalien zu schützen, bleibt sein Name wie auch der Titel seiner Zeitung unerwähnt. Hier sein Bericht: "In unserer Redaktion, die sieben Seiten täglich produziert, arbeiten wir zwar mit fünf Redakteuren, wegen Urlaub oder Krankheit sind wir oft nur zu dritt. Zeit für Recherche bleibt kaum, Zeit zum Abfeiern ebenfalls nicht. Ich schiebe derzeit mehr als 30 Sonntagsdienste vor mir her, ebenso rund 100 Überstunden. Bei der Zeitungsgruppe gibt es seit fast zwei Jahren keine Neueinstellungen in den Redaktionen. Freiwerdende Stellen werden nur intern ausgeschrieben. Nächstes Jahr gehen in unserer Redaktion drei Leute in Altersteilzeit beziehungsweise in den regulären Ruhestand. Auch diese Stellen sollen nicht mehr besetzt werden. Stattdessen ist eine Zusammenlegung mit der Redaktion der Nachbarstadt geplant, so dass die dann verbliebenen Kolleginnen und Kollegen den Abgang von drei Leuten mit auffangen müssen."

 

So also ist die Situation des Zeitungsjournalismus anno 2019. Und was denken die Verleger darüber?

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

 


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