Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Zeitungsjournalismus

Alarmsignal

08.09.2021

Was ist los im Zeitungsjournalismus? In Rheinland-Pfalz wechseln gleich mehrere Landeskorrespondenten in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Was über die Stimmung in den Redaktionen bekannt ist, dürfte andernorts genauso sein.

Lokaljournalist: kein Raum für Kreativität? Foto: Jürgen Moers

Ausgebrannt. Gestresst. Überlastet. Demotiviert. So fühlen sich offenbar immer mehr Journalistinnen und Journalisten in deutschen Zeitungsredaktionen. Für drei von vier Regionalzeitungen in Rheinland-Pfalz hat das heute die Süddeutsche Zeitung in einem sehr lesenswerten Bericht aufgeschrieben: "Regionalzeitungen unter Druck", ist die Geschichte überschrieben, die davon handelt, dass gleichzeitig die Landeskorrespondenten von drei Regionalzeitungen in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der neuen Landesregierung in Mainz wechseln. Der Informationsdienst Medieninsider hatte das Thema schon vor einigen Wochen aufgegriffen und gar von einem "Exodus in der Landespressekonferenz" geschrieben.

Dass Personalwechsel vom Journalismus in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nicht ungewöhnlich sind, wenn eine neue Regierung zusammenkommt und damit auch die Sprecherposten neu vergeben werden, liegt auf der Hand. Aber dass die Personalrochade gleich zu einem Aderlass bei den Zeitungen führt, kommt nicht so oft vor.

Lust auf Veränderung, Spaß an neuen Herausforderungen - das sollte die Motivation von Journalisten sein, wenn sie in die PR wechseln. Aber so, wie die Redaktionsarbeit heute aussieht, ist es bei den meisten Wechslern offenbar nichts als Flucht, die sie zu neuen Ufern treibt.

Dabei sollte es eigentlich ganz anders sein. Der Lokaljournalismus ist immer noch das Kerngeschäft der Zeitungen, wahrscheinlich sogar ihr Alleinstellungsmerkmal. Und da, wo sich Journalisten kreativ entfalten können, macht er eine Menge Spaß. Denn dort erleben Journalisten am schnellsten und unmittelbarsten die Auswirkungen ihrer Berichte. Wer Journalismus als Veränderung begreift, ist hier richtig. Davon berichtet der Lokaljournalist und Beisitzer im DJV-Bundesvorstand Mika Beuster lebhaft im DJV-Podcast "Wir Journalisten".

Ein Kommentar von Hendrik Zörner

 

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