Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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Die Serbske Nowiny ist die „beste Zeitung Deutschlands“

22.03.2016

Das Blatt war bei der Nennung der Namen von Fotojournalisten unter den Fotos am besten dabei

Volles Haus bei der Ehrung der Serbske Nowiny. Foto: Hirschler

Eine besondere Auszeichnung erhielt die Redaktion der Serbske Nowiny (deutsch: Sorbische Zeitung) am 15. März. In den Räumen ihrer Redaktion überreichte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall dem Geschäftsführer des Blatts nicht nur eine Urkunde, sondern auch eine großflächige Reproduktion einer Ausgabe der Tageszeitung, die bei einer Auswertung des DJV zu Platz 1 geführt hatte. An der Ehrung nahmen neben den Redakteuren der Zeitung und dem Beauftragten der sächsischen Landesregierung für Angelegenheiten der Sorben/Wenden auch zahlreiche Fotografen aus dem gesamten Bundesgebiet teil, die im DJV-Fachausschuss der Bildjournalisten vertreten sind.

Bei der Aktion „Fotografen haben Namen“ ging es um die Frage, ob Zeitungen den Namen der Fotografen nennen, wenn sie ein Bild veröffentlichen. Die Namensnennung ist eigentlich ein gesetzliches Recht und war zumindest früher auch eine Selbstverständlichkeit, die allerdings in den letzten Jahren immer öfter vergessen wird. Die Serbske Nowiny schnitt bei dieser Auswertung am besten ab, an zweiter Stelle folgte die „Welt kompakt“, an dritter Stelle die „junge Welt“. Der DJV will mit dieser Aktion in der Öffentlichkeit, aber auch bei den Medien dafür werben, dass die Nennung der Namen von Urhebern wieder Normalfall wird. Einige Zeitungen haben die Auswertung in den letzten Jahren denn auch tatsächlich zum Anlass genommen, ihre Praxis bei Veröffentlichungen zu ändern.

Die Serbske Nowiny erscheint in sorbischer Sprache. Die Sorben sind eine von vier offiziell anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland neben Dänen, Friesen sowie den Sinti und Roma. Bei den Sorben handelt es sich um ein slawisches Volk, das seit der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert seine Heimat in der Lausitz (Brandenburg/Sachsen) hat und um das Jahr 930 Teil des deutschen Herrschaftsgebietes wurde. Eine andere aus dem Lateinischen kommende Bezeichnung für die Sorben ist die der Wenden. Ihre Sprache wird nach Schätzungen noch von rund 30.000 Personen gesprochen.

In einer Stadt wie Bautzen, wo die Redaktion der Serbske Nowiny ihren Hauptsitz hat, sind viele offizielle Beschilderungen zweisprachig, das beginnt bereits beim Bahnhof, an dem unter dem Wort Bautzen die sorbische Bezeichnung Budyšin zu lesen ist. Die Zeitung ist für das sorbische Volk und deren Sprache von hoher kultureller Bedeutung, weil dadurch nicht nur die Sprachkultur erhalten, sondern auch fortentwickelt wird, wenn neue Entwicklungen in der Gesellschaft neue Begriffe verlangen. Das Blatt erhält wegen seiner kulturell wichtigen Bedeutung auch Zuschüsse der Stiftung für das Sorbische Volk. Nach einem gerade erst zwischen dem Bund, den Bundesländern Brandenburg und Sachsen abgeschlossenen Finanzierungsabkommen werden die Mittel für die Stiftung für den Zeitraum 2016-2020 auf jetzt 18,6 Millionen Euro jährlich erhöht, davon tragen der Bund 9,3 Millionen, Brandenburg 3,1 Millionen und Sachsen 6,2 Millionen. Diese Mittel fließen an zahlreiche Institutionen der sorbischen Kultur.

In der Stadt Bautzen laden zahlreiche Einrichtungen der sorbischen Kultur vom Museum bis hin zum speziellen sorbischen Restaurant zum Besuch ein. Die Stadt bietet neben großzügigen Barockbauten auch grandiose Architektur der Gründerzeit und des frühen 20. Jahrhunderts. Die gut ausgebaute Fußgängerzone ist zum Bummeln und Verweilen gut geeignet. Auch wenn so manchem interessierten Reisenden angesichts der Berichte über den Brand in einem Flüchtlingsheim und den davor johlenden Zuschauern im Februar 2016 Zweifel über den Freizeitwert eines Besuchs der Stadt kommen mögen, kann eine Reise doch empfohlen werden. Schon jetzt leidet die Hotelbranche über Stornierungen von Besuchen. Das Team der DJV-Bildjournalisten war von der Stadt in jedem Fall angetan, die ohnehin für den Geschichtsinteressierten ein Muss ist, befndet sich dort doch auch die Gedenkstätte des "Stasi-Knasts" Bautzen II.

Im Stadtmuseum Bautzen befindet sich auch noch bis zum 1. Mai 2016 die soeben eröffnete Sonderausstellung des langjährig als Redakteur und Fotograf tätigen Bautzener Rolf Dvoracek „Die Suche nach dem perfekten Augenblick. Bautzen in Fotografien aus sechs Jahrzehnten“ mit zahlreichen Fotos der Stadt  aus rund 60 Jahren. Rolf Dvoracek war lange Jahre Vertreter des DJV-Landesverbandes Sachsen im DJV-Bundesfachausschuss Bildjournalisten.


Michael Hirschler, hir@djv.de

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