Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Bildjournalisten

Urheberrecht

Fotografen haben Namen: 14.000 Euro Schadensersatz für Nichtnennung des Urhebers

28.06.2013

Geld für die Verletzung des Namensrechts gibt´s sogar bei so genannten Creative-Commons-Lizenzen


14.000 Euro Schadensersatz für die mehrmalige Verwendung eines "hochwertigen Landschaftsbildes" auf einer Website, weil der Name des Fotografen nicht genannt wurde. Das ist das Ergebnis außergerichtlicher Verhandlungen der Rechtsanwälte Lampmann, Haberkamm und Rosenbaum (ihr-law.de).

Das Recht auf Nennung des Urhebers ist gesetzlich in § 13 Urheberrechtsgesetz geregelt. Wer den Namen nicht nennt, hat - soweit es keine speziellen vertraglichen Regelungen gibt - einen Schadensersatzanspruch in Höhe des ursprünglich vereinbarten Preises.

Das Pikante am Fall: Hier ging es um ein Bild, das vom Fotografen mit einer so genannten "Creative-Commons-Lizenz" (CC-Lizenz) versehen wurde. Bei CC-Lizenzen handelt es sich um Mustervertragsbedingungen, die im Wesentlichen von Rechtsanwaltskanzleien im Ausland erarbeitet worden sind und in erster Linie darauf zielen, die kostenfreie Weitergabe von kreativem Material rechtlich abzusichern, etwa für Websites wie Wikipedia.

Was viele Nutzer nicht ahnen: Es gibt ganz unterschiedliche CC-Lizenzen. So ist beispielsweise bei manchen CC-Lizenzen eine "kommerzielle" Nutzung nicht gestattet, bei anderen wird die Nennung des Urhebers verlangt.

Im konkreten Fall ging es genau darum: Die fehlende Nennung des Namens. Das Verhandlungsergebnis der Rechtsanwälte zeigt damit zweierlei: Einerseits sind CC-Lizenzen ein potenzielles Minenfeld für beide Beteiligten, weil sei Missverständnisse hervorrufen können, andererseits belegt der Fall, wie teuer es für Medien werden kann, wenn sie - wie immer noch viele Blätter - das Recht auf Namensnennung ignorieren.

Der DJV berät und vertritt seine Mitglieder in entsprechenden Fällen.


Michael Hirschler, hir@djv.de

 

Siehe zum Thema auch den Beitrag zum gleichen Thema bei "Recht am Bild"

News-Übersicht für Bildjournalisten

Fotorecht

Framing von Fotos kann verboten werden

09.09.21

In Verträgen kann festgelegt werden, dass Fotografien bei Nutzung im Internet gegen "Framing" im Internet geschützt werden müssen. Das hat der Bundesgerichtshof am 9. September 2021 entschieden. Im konkreten Fall stellte er fest,...

Corona-Krise

Neue Hilfen für Freie

21.07.21

Der DJV informiert in einem aktuellen "Tipps für Freie" über neue Hilfen für Freie angesichts fortdauernder wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Zusammenhang mit der Corona-Krise. Link zum DJV-Tipps für Freie (PDF)

Corona-Krise

Arbeitsstipendien der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst

14.07.21

Mit Hilfe eines schmalen  Förderungsprogramms der Bundesregierung versucht die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in der Corona-Krise zu helfen. Im Rahmen des Programms "Neustart Kultur" werden nach Antrag und...

Coronakrise

Update des Tipps für Freie zur Neustarthilfe und zur Überbrückungshilfe III

11.05.21

Die Informationen des DJV zum Thema Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III wurden aktualisiert und sind auf DJV.de im Format PDF abrufbar.

Coronakrise

Aktualisierung der Informationen zur Neustarthilfe und Überbrückungshilfe

28.04.21

Eine Aktualisierung der Informationen zur Neustarthilfe und Überbrückungshilfe sowie zusätzlichen Hilfen in einigen Bundesländern ist jetzt unter djv.de abrufbar: DJV-Tipps für Freie.

dpa

Warnung an Freie vor Knebelvertrag

31.03.21

Der Deutsche Journalisten-Verband warnt Bildjournalistinnen und -journalisten vor der Unterzeichnung eines neuen Vertrags bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Coronakrise

Neues zur Neustarthilfe und Gutes für Bayern

19.03.21

Die Neustarthilfe für Freie, die als Solo-Selbstständige und/oder unständig Beschäftigte tätig sind, wird auch an Freie im Journalismus geleistet. Darauf hat der DJV in letzter Zeit bereits mehrfach hingewiesen. Grundsätzlich...

Framing-Urteil

EuGH stärkt Urheberrecht

10.03.21

Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt das aktuelle Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum sogenannten Framing von digitalen Bildern.

Freie

Lage ist alarmierend

02.03.21

Die wirtschaftliche Situation freier Journalistinnen und Journalisten ist ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie alarmierend.

News 1 bis 9 von 379
Newsletter

Cookie Einstellungen