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06. September 2016
Verfassungsschutz

Hamburger Fotojournalistin bespitzelt

Heute wird in der taz der Fall der freien Fotojournalistin Marily Stroux aufgerollt, die über 25 Jahre vom Verfassungsschutz bespitzelt wurde und davon vor kurzem erfuhr.

Marily Stroux ist seit Mitte der 80er Jahre für die taz als Fotojournalistin tätig. Bereits kurz darauf, also Ende der 80er Jahre wurde beim Verfassungsschutz eine Akte für sie angelegt, wie jetzt bekannt wurde. Der Fall erinnert an die Bespitzelung des niedersächsischen Verfassungsschutzes von mehreren Journalisten, darunter Andrea Röpke, also einen massiven und illegalen Eingriff in die Pressefreiheit, den der DJV mehrfach scharf kritisiert hat.

Marily Stroux hatte in all der Zeit nicht die deutsche Staatsbürgerschaft inne. Sie wurde 1950 in Griechenland geboren, kam Ende der 70er Jahre nach Deutschland, behielt aber die griechische Staatsangehörigkeit. Die Überwachung durch den Verfassungsschutz entdeckte sie erst, als sie im Zuge ihrer Einbürgerungsbesprebungen 2013  ihren Anwalt darum bat, beim Hamburger Verfassungsschutz zu überprüfen, ob eine Akte über sie vorliegt. Sie hatte wohl schon so etwas geahnt, als ihr 2007 die Akkreditierung zum G8 Gipfel verweigert werden sollte.

In der Akte werden ihr unter anderem Kontakte zur RAF nachgesagt. Warum? Sie war als Fotografin Begleitung des Journalisten Roger Willemsen, der drei RAF-Gefangene interviewte. Beispiele wie diese finden sich mehrere in ihrer Akte, dokumentiert Kaija Kutter heute in der taz.

Die Tatsache, dass es diese Akte gibt, zeigt, wie es um den Informantenschutz in Deutschland bestellt ist. Solange Journalistinnen und Journalisten anderer Staatsangehörigkeit oder deutsche Journalistinnen im Ausland überwacht und ausgespäht werden dürfen, gibt es in dieser Hinsicht noch viel zu tun.

Ein Kommentar von Eva Werner

 

 


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